Traubenzucker bei Spätdumpings

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Wie so oft ist die Meinung darüber, ob bei einem Dumping die Einnahme von Traubenzucker empfohlen wird, gespalten.

Die schnelle Aufnahme ‚einfacher‘ Kohlenhydrate in das Blut kann ein Spätdumping-Syndrom auslösen.

Diese starke Blutzuckererhöhung provoziert als Gegenreaktion die vermehrte Ausschüttung von Insulin. Während dadurch der Blutzuckerspiegel extrem schnell wieder sinkt, kommt es 1 -3 Stunden nach dem Essen zu einer Unterzuckerung mit folgenden möglichen körperlichen Symptomen: Schweißausbruch, Sehstörungen, Herzrasen, Zittern, Unruhe, schneller Puls, Heißhunger, Kopfschmerzen, allgemeines Schwächegefühl.

Als sofortige Gegenmaßnahmen werden die Einnahme von Protein- und (!) Zuckerhaltigem in kleinen Portionen empfohlen (z. B. Quark mit Honig, Naturjoghurt mit Obstbrei oder Obst, 1/2 Scheibe Mischbrot mit Honig). Doch bei Traubenzucker scheiden sich die Geister.

Wer schon Spätdumpings erlebt hat weiß, dass diese ausgelöst werden, wenn man so unvorsichtig war, ausschließlich Kohlenhydrathaltiges und/oder Zuckerhaltiges zu sich zu nehmen, ohne gleichzeitig an Proteinhaltiges zu denken. Also wenn man z. B. nur Kartoffel (ohne Quark) oder einfach nur Früchte (ohne Joghurt) isst.

Es liegt daher doch – auch anhand der eben beschriebenen Gegenmaßnahmen – auf der Hand, dass die ledigliche Einnahme von TraubenZUCKER ein erneutes Dumping auslösen kann.

Möchten Sie also weitere Dumpings vermeiden, dann verzichten Sie auf TraubenZUCKER und reagieren Sie auf Dumpings mit oben beschriebenen Gegenmaßnahmen. Besser noch: Vermeiden Sie Dumpings durch folgende Maßnahmen:

Sie sollten grundsätzlich darauf achten, kleinere Portionen und vorwiegend viel langsamer zu essen. Damit bemerken Sie auch, wann Sie satt sind. Kauen Sie gut! In der ersten Zeit nach Ihrer Operation sollten Sie sich nach dem Essen etwas hinlegen.

Oftmals hilft es schon, fünfmal statt dreimal täglich zu essen und damit kleinerer Portionen zu sich zu nehmen.

Auch das Trinken während der Mahlzeiten zu unterlassen kann Dumpings verhindern.

Meiden Sie Zuckerhaltiges wie gesüßte Getränke (vor allem Säfte!), Haushaltszucker, Kekse, Bonbons und puren Honig sowie andere Süßigkeiten. Ernähren Sie sich stattdessen vorwiegend protein- und ballaststoffreich, also durch langkettige Kohlenhydrate wie z. B. Vollkorn, Kartoffeln, Gemüse, Salat.

Genießen Sie Ihren Eiweißshake mit Wasser anstatt mit Milch.

Beate Hensel