Handlungsempfehlungen bei möglichen Symptomen

vom: Veröffentlicht in News, Ernährung, Verhalten, Adipositas, Information

Nach bariatrischen Operationen können Symptome wie Bauchschmerzen, Erbrechen oder ein ungewöhnlich langanhaltender Gewichtsstillstand auftreten. Die nachstehende Tabelle soll Ihnen helfen, entsprechend darauf zu reagieren, damit die Symptome möglichst schnell wieder verschwinden.

Mögliche Symptome nach bariatrischen Operationen

Symptom

mgl. Ursachen

Handlungsempfehlung

Schwächegefühl, Schwindel zu wenig getrunken
vergessen zu essen
Früh- oder Spätdumping (siehe unten)
mehr trinken
proteinhaltig essen
siehe Handlungsempfehlungen bei Früh- und Spätdumping weiter unten
Übelkeit, wiederholtes Erbrechen, Verdauungsstörungen zu schnell gegessen
unzureichend gekaut
zu große Portionen
zu fettreich gegessen
während des Essens getrunken bzw. zu früh getrunken
unaufmerksam gegessen
langsamer essen
besser kauen
kleinere Portionen essen
fettarmer essen
während und kurz nach dem Essen nicht trinken
ablenkungsfrei essen
Gefühl, das Essen bleibt stecken unzureichend gekaut
Lebensmittel zu hart
besser kauen
Gefühl, große Mengen essen zu können, ohne dass eine Sättigung eintritt während der Mahlzeit getrunken
geringer Proteingehalt der Mahlzeit
Lebensmittel zu flüssig
während und kurz nach dem Essen nicht trinken
proteinreicher essen
festere Nahrung aufnehmen
Diarrhoe Laktoseintoleranz
Nahrungsergänzung: Magnesium
Arzt/Ernährungsberatung informieren
Milchprodukte z. B. mit Sojaprodukten ersetzen
plötzlich auftretende Bauchschmerzen mit und ohne Erbrechen unt. Ursachen Arzt aufsuchen
wiederholtes, häufiges Erbrechen nach dem Essen zu schnell und/oder zu viel gegessen langsamer essen
ablenkungsfreier essen
aufhören zu essen, sobald Druckgefühl einsetzt
langanhaltender Gewichtsstillstand zu energiereiche Lebensmittel und Getränke verzehrt
Grazing, Snacking*
Essen und Trinken werden nicht getrennt
zu geringer Proteinanteil in der Mahlzeit
fettarm, zuckerarm essen
keine Zwischenmahlzeiten
während und nach dem Essen nicht trinken
proteinreich essen

* Bei Grazing und Snacking werden viele kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt, tlw. in Form von Snacks, zu sich genommen, ohne ein Hungergefühl zu haben.

Früh- und Spätdumpings beim Magenbypass

Einige Patienten entwickeln vorübergehend Lebensmittel- oder Laktoseintoleranzen.

Wenn Sie an Bauchschmerzen, Blähungen, Völlegefühl, Übelkeit oder Durchfall leiden, könnte dies an einer Laktoseintoleranz liegen. Vermeiden Sie daher Milch und Milchprodukte wie Joghurt, Pudding, Sauerrahm, alle Arten von Käse (außer Schnitt- und Hartkäse), Quark, Molke und ersetzen Sie diese durch Sojaprodukte und laktosefreie Milchprodukte. Insoweit Ihre Beschwerden dann verschwinden, ist dies ein sicheres Zeichen dafür, dass Sie vorübergehend an einer Laktoseintoleranz leiden.

Wenn Sie unaufmerksam zu schnell oder zu viel gegessen oder zu viele ‚einfache‘ Kohlenhydrate wie Zucker, Honig, Säfte, Süßigkeiten usw. zu sich genommen haben, dann kann es zu sog. Früh- bzw. Spätdumpings kommen.

Das Frühdumping

Das Frühdumping-Syndrom kann gleich nach dem Essen auftreten. Der Körper versucht durch eine sog. Sturzentleerung in den Dünndarm ‚einfache‘ Kohlenhydrate zu verarbeiten, d. h. er versucht durch das Einströmen von Wasser in den Dünndarm die fehlenden Verdauungsenzyme zu ersetzen und damit die hohe Zuckerkonzentration auszugleichen. Dem Kreislauf wird somit notwendiges Wasser entzogen und es treten folgende körperliche Symptome auf: Durchfall, Schweißausbruch, Herzrasen, Zittern, Bauchschmerzen, Kreislaufkollaps.

Sofortige Gegenmaßnahmen:

  • 1/2 Stunde flach hinlegen und ausruhen
  • Proteinhaltiges in kleinen Portionen essen (z. B. Quark, Naturjoghurt)
  • mind. 1/2 Liter schluckweise ungesüßten Tee oder Wasser trinken, um zu rehydrieren

Das Spätdumping

Die schnelle Aufnahme ‚einfacher‘ Kohlenhydrate in das Blut kann ein Spätdumping-Syndrom auslösen. Diese starke Blutzuckererhöhung provoziert als Gegenreaktion die vermehrte Ausschüttung von Insulin. Während dadurch der Blutzuckerspiegel extrem schnell wieder sinkt, kommt es 1 -3 Stunden nach dem Essen zu einer Unterzuckerung mit folgenden möglichen körperlichen Symptomen: Schweißausbruch, Sehstörungen, Herzrasen, Zittern, Unruhe, schneller Puls, Heißhunger, Kopfschmerzen, allgemeines Schwächegefühl.

Sofortige Gegenmaßnahmen:

  • Glukosepräparate wie z. B. Jubin nehmen
  • Protein- und Zuckerhaltiges in kleinen Portionen essen (z. B. Quark mit Honig, Naturjoghurt mit Obstbrei oder Obst, 1/2 Scheibe Mischbrot mit Honig)
  • KEIN TRAUBENZUCKER! (Dieser könnte ein erneutes Dumping auslösen.)

Wenn die Symptome nach 20 Minuten nicht besser sind, essen Sie noch einen Joghurt.

Wie sollten Sie sich verhalten, um Dumpings zu vermeiden?

Sie sollten grundsätzlich darauf achten, kleinere Portionen und vorwiegend viel langsamer zu essen. Damit bemerken Sie auch, wann Sie satt sind. Kauen Sie gut! In der ersten Zeit nach Ihrer Operation sollten Sie sich nach dem Essen etwas hinlegen.

Oftmals hilft es schon, fünfmal statt dreimal täglich zu essen und damit kleinere Portionen zu sich zu nehmen.

Auch das Trinken während der Mahlzeiten zu unterlassen kann Dumpings verhindern.

Meiden Sie Zuckerhaltiges wie gesüßte Getränke (vor allem Säfte!), Haushaltszucker, Kekse, Bonbons und puren Honig sowie andere Süßigkeiten. Ernähren Sie sich stattdessen vorwiegend protein- und ballaststoffreich, also durch langkettige Kohlenhydrate wie z. B. Vollkorn, Kartoffeln, Gemüse, Salat.

Genießen Sie Ihren Eiweißshake mit Wasser anstatt mit Milch.