bariatrische Operation

Bariatrische Operation: Effizienteste, aber nicht am häufigsten genutzte Adipositas-Therapieform

vom: Veröffentlicht in OP-Antrag, News, Adipositas

Leider bestehen seitens der Gesellschaft und sogar seitens vieler Ärzte noch etliche Vorbehalte gegenüber bariatrischer Operationen als geeignete Adipositas-Therapieform. Oftmals werden diese noch immer als unnötige, das Sozialsystem finanziell belastende Lifestyle-Operationen angesehen.

Eine Befragung von Adipositaspatienten zeigt nun deutlich, welche Erwartungen an eine Operation geknüpft werden. Schönheitsidealen zu entsprechen sucht man als Kriterium unter den Antworten umsonst. Vorwiegend geht es den Patienten um die Reduzierung von Begleiterkrankungen, Schmerzen und Medikamenten, um Mobilität und Aktivität, um eine höhere Lebenswartung oder auch darum, sich wieder aktiver am sozialen und am Erwerbsleben beteiligen zu können. Abgesehen davon, hat ca. ein Drittel große Angst vor der Operation selbst, obgleich sie diese als letztes Mittel ansehen, deutlich an Gewicht zu verlieren.

Mehr als 10.000 Patienten werden in Deutschland im Jahr operiert, es würden derzeit jedoch ca. 1,6 Millionen eine bariatrische Operation benötigen, da sie einen BMI von >40 haben. Das bedeutet, dass lediglich 6 von 1.000 Patienten eine Operation durchführen lassen. Diese Zahlen belegen, dass Patienten sich nicht leichtfertig für eine Operation entscheiden. Dabei erhalten nur 11 Prozent keine Kostenübernahme seitens ihrer Krankenkasse.

Quellen:

Fischer, Lars et al.: Patient expectations of bariatric surgery are gender specific – prospective, multicenter cohort study. In: Surgery for Obesity and Related Diseases, 2014, 10(3): 516-523. (DOI: 10.1016/j.soard.2014.02.040)

Fischer, Lars et al.: Is there a Reason Why Obese Patients Choose Either Conservative Treatment or Surgery?, In: Obesity Surgery, 2017, 27(7): 1684-1690. (DOI: 10.1007/s11695-016-2534-0)